04.05.2022

LHG-Antworten zum Wahl-O-Mat 2022

Wofür streitet die LHG bei dieser Hochschulwahl? Wie stehen wir zu den brennenden Themen in diesem Jahr? Der Wahl-O-Mat zur Hochschulwahl hilft. Hier haben wir euch unsere Antworten zusammengestellt:

  • Die Hochschulen in Sachsen-Anhalt sind strukturell unterfinanziert und müssen deshalb teilweise drastische Kürzungen an ihren Angeboten vornehmen. Um das zu verhindern und die Hochschulen zukunftsfest aufzustellen soll das Land die Grundfinanzierung der Hochschulen erhöhen.

stimme zu. Sachsen-Anhalts einzige Volluniversität bot bisher ausgezeichnete Studienbedingungen. Bereits mangels anderer Studienmöglichkeiten für einige Studiengänge in Sachsen-Anhalt als auch die allgemein dünnere Hochschullandschaft in Ostdeutschland muss das Land nachsteuern und die Universität bestmöglich ausstatten. An der Universität zu sparen, heißt an der Zukunft junger Menschen zu sparen.

  • Kann das Rektorat aufgrund des Vorgehens in der aktuellen Kürzungsdebatte aus studentischer Perspektive weiter unterstützt werden?

neutral. Die Studierenden haben sich, besonders im Bündnis „MLUnterfinanziert“ als auch in den Gremien, gegen die Kürzungen engagiert. Das ist die Beteiligungsmöglichkeit, die Studierende haben. Nun ist die Politik gefragt. Allerdings sollte die Erwartungshaltung natürlich sein, dass studentische Vertreterinnen und Vertreter sich in den Gremien auch bei Abstimmungen solidarisch gegenüber den betroffenen Studiengängen zeigen und gegen Kürzungen stimmen.

  • Die Kürzungsdebatte ist aufs Engste mit der Debatte um Wissenschafts- und Meinungsfreiheit an der MLU verknüpft.

stimme nicht zu. Unter den Kürzungen leiden in erster Linie die Studierenden als auch die Qualität der Lehre an der MLU. Wissenschafts- und Meinungsfreiheit wird durch die Kürzungen nicht eingeschränkt. Exzellente Forschung, hervorragende Studienbedingungen und ein attraktiver Studienstandort – diese Faktoren sind gefährdet.

  • Die komplette Rückkehr in die Präsenzlehre während der grassierenden Corona-Pandemie bedeutet auch, dass Studierende aktiv vom Studium ausgeschlossen werden.

stimme nicht zu. Viele Studierende haben psychisch unter der Distanz und der Online-Lehre gelitten. Wir müssen Gesundheitsschutz und Präsenzlehre in Einklang bringen. Die Maskenpflicht und andere Schutzmaßnahmen bieten hierfür einen großen Schutz.

  • Die MLU soll den Klimanotstand ausrufen und weitere konkrete Maßnahmen für einen klimafreundlichen Universitätsalltag ergreifen.

stimme nicht zu. Ja, Klimaschutz muss ein Anliegen jedes Studierenden sein. Auch unsere Universität ergreift Maßnahmen, um einen Beitrag zum Schutz und zur Schonung der Umwelt zu ergreifen. Diese sollten weiter ausgebaut werden. Panik und eine „Notstandsausrufung“ sind hierfür nicht das geeignete Mittel.

  • Die Universität soll mehr Maßnahmen für die mentale Gesundheit von Studierenden ergreifen.

stimme zu. Studieren bedeutet oft auch Stress und Belastung. Egal ob Lernstress, Einsamkeit, die Finanzierung des Studiums oder ganz normale Probleme des Alltags – viele Faktoren können den erfolgreichen Abschluss und noch viel wichtiger die Gesundheit von Studierenden beeinträchtigen. Wir unterstützen daher ausdrücklich die Initiative der Kolleginnen und Kollegen der Grünen Hochschulgruppe, hier eine psychologische Beratungskraft einzustellen.

  • Alle Mitglieder der Universität sollen ihren Vornamen ohne zusätzliche Nachweise ändern können.

neutral. Für uns ist nicht entscheidend, wie du heißt, sondern wer du bist. Dass der Name auf deinem Abschlusszeugnis und deinen Leistungen mit deinen amtlichen Dokumenten übereinstimmt, ist deine Eigenverantwortung. 

  • Die Universität ist alles andere als ein diskriminierungsfreier Raum. Das gilt für die Institution genauso wie für die Studierendenschaft und die studentischen Gremien wie den StuRa. Überall dort muss strukturelle, institutionelle und auch Diskriminierung durch Individuen aktiv bekämpft werden.

neutral. Grundsätzlich haben wir an unserer Universität einen respektvollen und toleranten Umgang miteinander. Vorfälle mit Menschen, die dies nicht akzeptieren und so das Hochschulklima durch diskriminierendes Verhalten belasten, müssen aufgearbeitet werden. Das Engagement für gleiche Chancen für alle muss verstetigt werden.

  • Klausuren und Hausarbeiten, in denen nicht gegendert wird, sollten schlechter bewertet werden dürfen.

stimme nicht zu. Wir setzen uns gegen verpflichtendes Gendern ein. Jede und jeder sollte für sich selbst entscheiden, wie man sprachsensibel miteinander umgeht. Gendern selbst bedeutet auch nicht automatisch, dass Geschlechter besser repräsentiert werden.

  • Der StuRa soll sich stärker gegen extremistische Tendenzen an der Universität einsetzen und sich in diesem Rahmen von rechts- bzw. linksextremistischen Akteur*innen abgrenzen.

stimme zu. Kurzum: Jeder Extremist ist Mist. 

  • Es sollte keine maximale Anzahl von Prüfungsversuchen geben, deren Überschreitung zu einem endgültigen bundesweiten Nichtbestehen und Exmatrikulation führt.

stimme zu. Durch Langzeitstudiengebühren und darüber hinaus höhere Finanzierungshürden bei langen Studienzeiten und natürlich den eigenen Ehrgeiz haben Studierende von ganz allein den Anreiz, ihr Studium zeitnah zu beenden. Aufgrund bürokratischer Hürden, wie Maximalprüfungsversuchen, individuelle Lebensträume zu verhindern kann nicht im Interesse der Universität sein.

  • Alle Uni-Dokumente (egal ob Zulassungsanträge, Uni-Wahlen, …) sollten digital eingereicht werden können.

stimme zu. Wir setzen uns dafür ein, dass dein gesamtes Unileben digital stattfinden kann, wenn du das möchtest. Anträge drucken sollte der Vergangenheit angehören.

  • Studentische Gelder und Mittel, die dem Semesterbeitrag der Studierenden entstammen, sollten ausschließlich für studentische (und nicht für z.B. allgemeinpolitische) Zwecke verwendet werden.

stimme zu. Halle bietet vielfältige Möglichkeiten sich allgemeinpolitisch zu engagieren. Die studentischen Gremien sollten sich ausschließlich mit studentischen Interessen befassen – es gibt bereits hier viel zu tun.

  • Die Studierendenschaft der MLU soll dem freien Zusammenschluss von Student*innenschaften (fzs e.V.; bundesweite Interessenvertretung von Studierenden) beitreten.

neutral. Deutschlandweite Vernetzung ist wichtig. Trotzdem sollte sorgfältig der Nutzen und die Mitwirkungspflichten in einem solchen Bündnis geprüft werde, bevor beigetreten wird.

  • Das solidarische MDV-Semesterticket ist ein Erfolgsmodell. Es sollte auf ganz Sachsen-Anhalt erweitert werden.

stimme zu. Das Semesterticket ist ein wichtiger Bestandteil für die Mobilität der Studierenden. Bei attraktiven Konditionen sollten die Studierenden freiwillig mehr Strecken/Verkehrsräume freischalten können. Die Erhöhung der Kosten für das Semesterticket für alle Studierenden muss so gering wie möglich gehalten werden.

  • Das BAföG sollte allen Studierenden, unabhängig von ihren Eltern, zugänglich sein. Außerdem muss es sich flexibler den veränderlichen Lebensumständen von Studierenden anpassen können (Förderungszeiträume, Bedarfssätze, Bemessungsgrenzen,…).

stimme zu. Studieren darf kein Luxus sein. Die Bafög-Unterstützung muss deshalb mehr Studierenden ermöglicht werden – unabhängig der Herkunft.